Nonnenbuckel hochgelegt und Bürger reingelegt

Klammheimliche Umtaufe des Nonnenbuckels zum Hochgelegen

Die Heilbronner Stimme verkündete am 9. April 2021 auf ihrer Seite 29, daß die stadteigene Wohnbaugesellschft Stadtsiedlung das vom Gemeinderat beschlossene und nach dem Gewann benannte Wohnquartier „Nonnenbuckel“ in „Hochgelegen“ umbenennt.
Nach § 12 der Hauptsatzung obliegt nun aber die Beschlussfassung über die Benennung von Stadtteilen, Straßen, Wegen, Plätzen, Brücken, Seen, Parks und Gebieten nach der Gemeindeordnung sowie Einrichtungen bzw. Gebäuden eigentlich dem Gemeinderat.

Für AfD-Stadtrat Alfred Dagenbach war dies ein wundersamer Vorgang. Sollte etwa klammheimlich den Bürgern wieder einmal das smarte Wunschbild untergejubelt werden?
Schon einmal mußte sich der Gemeinderat gegen den selbstherrlichen Versuch, die Haltestelle Kurt-Schumacher-Platz in „Neckarbogen“ umzubenennen, wehren.
Damals war es die Flause der Ersten Bürgermeisterin, damit das benachbarte Gebäude gleichen Namens aufzuwerten – ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Alfred Dagenbach wollte daher von Oberbürgermeister Harry Mergel, seines Zeichens auch Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtsiedlung, per Anfrage wissen, welche Stellungnahme die Stadtverwaltung dazu abgibt und wer diesen Beschluß auf welcher Rechtsgrundlage veranlaßt hat und ob damit etwa Zuständigkeiten des Gemeinderates verletzt wurden oder nicht?
OB Mergel antwortete flugs, der Name „Hochgelegen“ sei als reiner Arbeitstitel im Aufsichtsrat der Stadtsiedlung festgelegt worden: „Insofern ist die Formulierung der „Umbenennung“ in dem angesprochenen Zeitungsartikel nicht zutreffend.
Der Name „Hochgelegen“ wird von der Stadtsiedlung ausschließlich zu Vermarktungszwecken genutzt,wie dies auch bei anderen Bauprojekten (z. B. „Kirschengarten“ in der Luise-Bronner-Straße oder „ParkVillage“ im Fasanenweg/Fasanenplatz in Böckingen) der Fall ist.
Es ist nicht vorgesehen, das Wohngebiet zukünftig unter dem Namen „Hochgelegen“ auszuschildern, in Karten und/oder sonstigen Verzeichnissen zu führen oder diesen Namen anderweitig amtlich zuverwenden“.

Insofern sei keine Zuständigkeiten des Gemeinderats verletzt worden.

Das flatterte Alfred Dagenbach am 19. April auf den Tisch.
Brav wird die Formulierung der „Umbenennung“ in dem angesprochenen Zeitungsartikel als nicht zutreffend dargestellt, als ob sich die „Stimme“ das möglicherweise aus den Fingern gesaugt hätte.
So weit so gut, wäre da nicht zwei Tage später der Artikel „Aus Nonnbuckel wird ‚Hochgelegen'“ fast identisch mit dem Stimme-Artikel ausgerechnet im offiziellen Amtsblatt der Stadt, der „Stadtzeitung“ erschienen – zwölf ganze Tage nachdem Alfred Dagenbach sofort nach dem ersten Erscheinen auf den dubiosen Vorgang aufmerksam gemacht hat.
Mit keinem Wort wird auf die näheren Umstände der selbstherrlichen und wohl von den Aufsichtsräten der Stadtsiedlung (zumeist Stadträte) willfährig abgenickten Umbenennung hingewiesen.
Nein: Aus dem Nonnenbuckel wird eben kein „Hochgelegen“, auch wenn ein paar selbsternannte Werbestrategen sich einbilden, damit auch nur eine Wohnung mehr verkaufen zu können.
Bewußt wird per FakeNews den Bürgern eine offiziell wirkende Umbenennung suggeriert ohne daß der OB, der wohl im September seine erneute Kandidatur bekannt geben wird, dies rechtzeitig in seinem Amtsblatt richtigstellt.

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2 Gedanken zu “Nonnenbuckel hochgelegt und Bürger reingelegt

  1. Pingback: Nonnnbuckel hochgelegt und Bürger reingelegt | - HEILBRONN -

  2. > daß der OB, der wohl im September seine erneute Kandidatur bekannt geben wird …

    Das darf doch nicht wahr sein! Ich dachte, das Schreckgespenst gegenüber rechtschaffenen Heilbronner Bürgern ist bald Geschichte. Doch bei den Krämerseelen und Duckmäusern der Wählerschaft kommt selten was Besseres nach.

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